Gabi Loock
Kritik: Wie in einem Spiegel Schultheater 1 1974 Klebestreifen

... aber dann hat sie der Mut verlassen

So ist es mir in den ersten 40 Jahren meines Lebens ergangen. Da war der Beruf, da waren die beiden Töchter, die ich allein großgezogen habe, da war eben das, was mir so oft als der alltägliche Wahnsinn vorkam. Trotzdem habe ich in diesen ersten 40 Lebensjahren immer Theater gespielt. Als Schülerin am Gymnasium, als Studentin und auch später als Mutter und Lehrerin. Es waren schöne Rollen, die ich verkörpern durfte. Die Grusche in Brechts „Kaukasischem Kreidekreis“, die Prinzessin Turandot in dem gleichnamigen Stück von Wolfgang Hildesheimer, die Karin in „Wie in einem Spiegel“ frei nach einem Film von Ingmar Bergmann, … nur zum Schreiben kam ich nicht. Sehr zum Leidwesen meiner ehemaligen, inzwischen längst pensionierten Deutschlehrerin, die heute noch mit mir schimpft, weil ich mich nach dem Abitur für Mathematik und nicht für Germanistik oder die Schauspielerei entschieden habe. Ich habe sie immer noch sehr gern, meine alte Deutschlehrerin.